Fuchsfeder Nr. 16: In jedem Abschied liegt ein Anfang – warum ich als Autorin aufhöre und was ich als nächstes tun werde
Ihr Lieben, lange habe ich nichts mehr von mir hören lassen. Die Gründe dafür sind vielfältig und leider nicht alle positiv. Fangen wir direkt mit dem Negativen an. Im Mai 2023 habe ich meine Debüt-Novelle „Das Azurblau deiner Worte“ veröffentlicht, im Januar 2025 meine zweite Novelle „Das verwinterte Herz“. Auch wenn mich die lieben Rückmeldungen und das rege Interesse in meinem Freundeskreis sehr gefreut haben, gab es leider auch einige Rückschläge.
Zum einen haben sich beide Bücher weit auf dem deutschen Buchmarkt unter meinen Erwartungen verkauft – und die waren schon bescheiden. Ich weiß, dass wir in Zeiten leben, in denen Bücher immer teurer werden. Mein Debüt kostet jedoch nach wie vor 9,99 Euro und das Zweitwerk 13,99 Euro – an den Preisen wird es also hoffentlich nicht gelegen haben. Ich befürchte eher, dass trotz zahlreicher Bemühungen meinerseits die Bücher einfach nicht so viele Lesende erreicht haben bzw. etwas sie daran nicht zum Kauf überzeugt hat.
Als mehrfach marginalisierte Person hat man es nirgends leicht und der deutsche Buchmarkt ist leider hinter den Kulissen bei weitem nicht so glamourös, wie es in manchen Instagram-Storys aussehen mag. Bereits die Entscheidung, ins Selfpublishing zu gehen, ist bei mir nicht aus reiner Begeisterung gefallen. Ich sehe ein, dass bei etlichen Einsendungen an Verlage und Literaturagenturen mit vielen Absagen zu rechnen ist. Was ich jedoch nicht verstehe, ist dass ich mich teils jahrelang (!) an ein Werk setze, zig Fassungen des Exposés und der Leseprobe schreibe und dafür nicht einmal eine copy-paste-Absage erhalte.
Ich habe meinen Frust und mein Unverständnis darüber lange hinuntergeschluckt und es immer und immer wieder versucht, neben dem oben genannten auch bei diversen Literaturstipendien und Preisen. Leider sind einige davon für Selfpublisher unerreichbar, weil schlicht die Einsendung untersagt ist (nur Verlagsautor*innen – warum? Die Zeiten, in denen die Zusammenarbeit mit einem Verlag automatisch höhere Qualität als Selfpublishing garantiert hat, sind vorbei, lieber deutscher Buchmarkt. Zeit, aufzuwachen!)
Bei einigen anderen steht nicht einmal offen da, was erwünscht ist und was nicht (meist eine bestimmte Belletristik-Schreibe – tschüss, Genre). Als Person, die unter anderem von Klassismus betroffen ist, war es für mich schwierig, zu verstehen, was denn nun „gefragt“ war und was nicht. Meine Texte waren es vermutlich nie und werden es auch nicht sein, denn ich wage mich äußerst selten in Belletristik vor und lese diese auch selten. Kurzum: Ich habe bereits die Veröffentlichung von „Winterherz“ unter größter psychischer Anstrengung gewuppt und schon vor der Veröffentlichung war mir klar: So geht das nicht weiter.

Im Sommer 2025 habe ich dann zwei Weiterbildungen im Suchmaschinenmarketing und Content Marketing abgeschlossen. Bei Content Marketing sollten wir am Schluss neben der Onlineprüfung ein Projekt vorstellen, das zu einem Medium und Thema unserer Wahl sein sollte. Da ich seit Jahren fleißige Podcast-Hörerin bin und mich seit 2021 durchs Sensitivity Reading intensiver mit meinen chinesischen Wurzeln beschäftigt habe, war für mich schnell klar: Ich stelle einen Podcast vor und es wird um ostasiatische TV-Serien/Filme, Games und Musik gehen.
Bei der Vorstellung hatte ich großen Spaß und habe gemerkt, dass ich wirklich Interesse und vor allem Lust hätte, diesen Podcast umzusetzen. Es folgten ein paar Umstellungen: Ich erweiterte den Fokus auf Ost- und Südostasien und von drei Medienarten auf alle – auch Tanz, Theater und insbesondere Bücher. Denn auch wenn ich als Autorin nichts mehr für den Buchmarkt veröffentliche – durch meine Präsenz seit 2017 kenne ich einfach einige Autor*innen und Blogger*innen. Es wäre doch schade, dieses Netzwerk verpuffen zu lassen, oder?
Im Oktober 2025 war ich dann auf einer Berliner Messe unterwegs und habe dort spontan mit ALEX Berlin gesprochen, einer Plattform für Radio und TV. Auf dem Berliner Radiosender laufen unter anderem auch Podcasts und so bewarb ich mich mit einem kurzen Konzept meines Podcasts "Tee-Pop Drama" Ehrlich gesagt hatte ich mit Schweigen oder einer Ablehnung gerechnet (gebranntes Kind der Buchbranche, LOL), doch wenig später kam tatsächlich eine Zusage!! Nachdem mein gesamtes Jahr 2025 – freundlich gesagt – schlecht verlaufen war, war das ein lang ersehntes Erfolgserlebnis.
Seit Oktober letzten Jahres habe ich mich für die Podcast-Folgen durch die Konzeption, die Studio-Technik und das Schnittprogramm Audacity gekämpft und nun stehe ich hier und darf verkünden: Die erste Folge von „Tee-Pop Drama“ wird bereits am Mittwoch, den 11. Februar 2026, um 19 Uhr gesendet! Zunächst wird die Folge „China – eine Einführung“ im Berliner Radio zu hören sein:
Danach wird die Folge im ALEX Kosmos zur Verfügung gestellt, wo ihr sie (meist) dauerhaft streamen könnt. Ein Wohnsitz in Berlin ist nicht nötig; eine Internetverbindung reicht.
Ich freue mich und bin sehr gespannt! Übrigens: Der Reiter „Bücher“ auf meiner Homepage habe ich mit dieser letzten Fuchsfeder offline genommen. Dafür findet ihr nun alle wichtigen Infos zum Podcast hier auf der Website.
Ihr Lieben, wenn ihr nun sagt: Ich interessiere mich nur für deine Bücher, so wäre dies nun ein guter Zeitpunkt, den Newsletter zu verlassen (no hard feelings!). Künftig wird dieser sich voraussichtlich nur noch um den Podcast drehen und auch wesentlich kürzer ausfallen.
Die bisherigen Blogposts zu meinem Autorinnenleben werde ich zum 28. Februar 2026 archivieren und somit sind diese nicht mehr öffentlich zugänglich. Ich freue mich jedoch sehr, falls ihr mir weiterhin treu erhalten bleibt. Folgt mir auch gern auf meinem neuen Instagramaccount: @teepop_drama. (Der alte Account bleibt inaktiv und DMs lese ich nur unregelmäßig.)
Bis bald hoffentlich, wir hören uns!
Eure Jennifer
Tee-Pop Drama. Der Podcast für Ost- und Südostasien
Überblick über die Folgen hier
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Dann schreib mir gern auf Instagram unter @Tee-Pop Drama 😊